Schlösser mit kunsthistorischen Kostbarkeiten ab Ostern wieder geöffnet

Die bildschönen Gärten in Wörlitz, Oranienbaum sowie in Mosigkau und im Luisium in Dessau sind jederzeit frei zugänglich. Die bildschönen Kunstwerke in den Schlössern werden den Gästen ab dem kommenden Wochenende wieder präsentiert. Pünktlich zu Ostern sind folgende Schlösser und Bauwerke der Kulturstiftung DessauWörlitz wieder geöffnet
Bildschön – Themenjahr 2015

Das Bild spielt in diesem Jahr bei der Kulturstiftung DessauWörlitz (KsDW) eine entscheidende Rolle – daher wird der Begriff „bildschön” den Besuchern 2015 im Gartenreich Dessau-Wörlitz immer wieder begegnen. Das Motto kennzeichnet vor allem das ins Ideal gesteigerte Schöne auf den kostbaren Gemälden in den umfangreichen Kunstsammlungen der KsDW. Aber auch während ausgedehnter Spaziergänge stößt man wie zufällig auf bezaubernde Gartenbilder, die mit ihren zahlreichen, oft kilometerlangen Sichtachsen für ständig neue An- und Einsichten sorgen.
Bildschöne Gemälde sind es wiederum, die bei zwei wichtigen Ereignissen der Kulturstiftung im Mittelpunkt stehen werden: die Präsentation „Cranach im Gotischen Haus in Wörlitz”, mit der sich die Stiftung an der Landesausstellung Sachsen-Anhalt „Cranach der Jüngere 2015” beteiligt, die zu Ehren von Lucas Cranach d. J. aus Anlass seines 500. Geburtstages in Wittenberg, Dessau und Wörlitz begangen wird. Zum anderen wird anlässlich des 300. Geburtstages der Anhalt-Dessauischen Prinzessin Anna Wilhelmine das Augenmerk auf die berühmte Bildersammlung in ihrem Schloss Mosigkau gelenkt. Wir möchten die Besucher schon jetzt sowohl zu der Sonderschau (ab 16. Mai 2015), in der die erstaunlich frühe Rezeption altdeutscher Gemälde, insbesondere der Cranachs im Gotischen Haus in einer Rekonstruktion der Räume thematisiert wird, als auch zu den Veranstaltungen um die Dessauer Prinzessin am 14. Juni 2015, einladen.

Ab Ostern geöffnet:

Die bildschönen Gärten in Wörlitz, Oranienbaum sowie in Mosigkau und im Luisium in Dessau sind jederzeit frei zugänglich. Die bildschönen Kunstwerke in den Schlössern werden den Gästen ab dem kommenden Wochenende wieder präsentiert. Pünktlich zu Ostern sind folgende Schlösser und Bauwerke der Kulturstiftung DessauWörlitz wieder geöffnet (3. – 6. April 2015).:

Schloss Wörlitz: 10:00 bis 17:00 Uhr:

Der Gründungsbau des deutschen Klassizismus wurde für den Fürsten Franz nach Entwürfen von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff errichtet. Er enthält die originale Inneneinrichtung vom Ende des 18. Jahrhunderts und beherbergt kostbare Sammlungen z. B. antiker Plastiken, Gemälde und Gefäße der berühmten Wedgwood-Manufaktur. Aber auch für das 18. Jahrhundert moderne Einrichtungsgegenstände wie ein Klappbett, Wandschränke oder Wasserleitungen können im Rahmen von Führungen entdeckt werden. Auf einige Gemälde wird dabei besonders hingewiesen: in ihnen wird die Schönheit selbst ganz ins Zentrum der Darstellung gerückt. Darunter sind weibliche Schönheiten wie etwa Venus, Danae und Roxane. Aber auch die Schönheit des männlichen Körpers wird ins Bild gesetzt. So bereichern Ganymed oder Apollon in Bildern und Skulpturen das Wörlitzer Schloss.

Insel Stein – Der Wunderfelsen: 11:00 bis 17:00 Uhr:

Mit dem einzigen künstlichen Vulkan Europas ist sie ein besonders spektakuläres Denkmal im UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz. Ein weiterer Höhepunkt im Gartenreich ist die Villa Hamilton mit ihren inzwischen vollständig restaurierten drei Räumen. Die Besucherinnen und Besucher können inzwischen auch den Mittelraum in seiner farbigen und detailreichen Ausgestaltung erleben.

Schloss und Park Luisium: 11:00 bis 17:00 Uhr

Bei Führungen durch das Schloss lernen Besucher das Refugium der Fürstin Louise von Anhalt-Dessau (1750-1811) und die Fürstin selbst näher kennen. Sie liebte die Stille des Ortes, der seit 1780 ihren Namen trägt. Sie zog sich in der Folge der Entfremdung von ihrem Gatten immer öfter dorthin zurück. Bildschön ist das ganzfigurige Porträt der Fürstin von dem Maler Johann Friedrich August Tischbein (1750-1812), Mitglied der bekannten deutschen Malerdynastie. Die Räume des Hauses wurden 2012 mit einigen Exponaten so ergänzt, dass nun das alltägliche Leben der Fürstin und der protokollarische Ablauf eines Besuches bei ihr eindrucksvoll veranschaulicht werden kann.

Schloss und Schlosspark Mosigkau: 11:00 bis 17:00 Uhr

Das Rokoko-Schloss Mosigkau wurde von der Prinzessin Anna Wilhelmine von Anhalt-Dessau als Sommerresidenz erbaut. Das heute liebevoll als das kleine Sanssouci bezeichnete Haus kann zwar nicht mit der Glanzentfaltung des Potsdamer Vorbildes konkurrieren, von seinem ländlichen Charme und seiner Anmut geht allerdings ein unvergleichlicher Reiz aus. Den Höhepunkt der Gesamtanlage bildet der Galeriesaal im Corps de logis. Der Raum enthält in vertieften Wandfeldern in einer in Deutschland einzigartigen barocken, d. h. lückenlosen Hängung, bedeutende Gemälde hauptsächlich flämischer und holländischer Meister aus dem 17. Jahrhundert.

Schloss Oranienbaum und das Gotische Haus in Wörlitz werden aufgrund umfangreicher Restaurierungsarbeiten im Inneren erst am 1. Mai bzw. mit Ausstellungsbeginn am 16. Mai 2015 ihre Türen für die Besucher öffnen. Dennoch wird das Tabakkollegium im nördlichen Kavalierhaus des Schlosses Oranienbaum am Osterwochenende jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr zu besichtigen sein. Das „Haus des Sammlers” gibt einen facettenreichen und ungewöhnlichen Überblick zum Tabakanbau in Oranienbaum. Das wohnliche Interieur mit den einladenden Chesterfieldsofas und den unaufdringlich angebrachten und aufgestellten Sammlungsstücken – ohne Vitrinen und die üblichen musealen Raum- oder Objekttexte – schaffen eine private Atmosphäre, die der einer Sammlerwohnung entspricht.

Gondeln und Fähren in Wörlitz:

Auch die Fähren in den Wörlitzer Anlagen sind ab dem kommenden Wochenende von 11:00 bis 17:00 Uhr fahrbereit. Wer es gern etwas bequemer hat, kann bei gutem Wetter am langen Osterwochenende von 11:00 bis 16:00 Uhr auch eine Gondelfahrt über den Wörlitzer See unternehmen.
Wie keine andere Landschaft reflektiert das Gartenreich, das im Jahr 2000 mit dem Welterbestatus der UNESCO ausgezeichnet wurde, die Bildungsideale der Aufklärung. Für das umfassende Landesverschönerungsprogramm des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817) wurde vor 250 Jahren in Wörlitz der erste Spatenstich gesetzt. Es entstand der erste Landschaftsgarten nach englischem Vorbild auf dem europäischen Kontinent. Überzeugen Sie sich selbst davon, welche harmonische Verbindung von Gärten, Schlössern, Interieurs und der Natur Fürst Franz von Anhalt-Dessau geschaffen hat.

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